Unser Erwin ist tot…

Veröffentlicht am 19.11.2009 in Abteilung

Erwin Wegener (* 1920; † 2009)

EIN NACHRUF VON HELMUT HAMPEL

Erwin Wegener, einer unserer Ältesten, geboren am 12. April 1920 in einer alten Arbeiterfamilie aus Pankow, lebt nicht mehr.

Schon sein Großvater und Vater waren in der SPD. Da durfte er nicht fehlen.

Was konnte unser Erwin schimpfen. Gegen alle Missstände außerhalb und auch innerhalb der Partei wetterte er. Er, der aufrechte Sozialdemokrat.

Sogar bei den Falken war er schon. Das war im Jahr 1926. Das gehörte sich so für die Eltern, aus Tradition gewissermaßen. Er sang noch Falken-Lieder auf den Pankower Straßen.

Im Januar 1933 wurde der Ortsverein Blankenfelde gegründet. Selbst dorthin ging er schon als 13-Jähriger mit seinem Vater. Er lernte den schweren Kampf gegen die Nazis kennen.

Erwin konnte nicht verlieren. Also kämpfte er.

Aber schon im selben Jahr wurde die SPD und ihre Organisationen verboten. Sie trafen sich trotzdem heimlich und verteilten die „Arbeiterzeitung“ und den „Prager Vorwärts“. Er erlebte den gesamten Terror. Auch vor der Wehrmacht wurde er nicht verschont.

In dieser Zeit machte er seine Meisterprüfung des Fleischerhandwerks und konnte somit wieder zurück in sein geliebtes Pankow. Zurück aus der Gefangenschaft gründete er mit weiteren alten überlebenden Genossen den Kreisverband Pankow wieder neu. Seine Eltern waren auch wieder dabei.

In der Urabstimmung 1946 waren die Pankower gegen eine Vereinigung mit der KPD.

Bis 1961 arbeitete die Partei - allerdings mit gebremstem Schaum - weiter.

Erwin verriet seine Partei nicht. Er hatte großen Anteil am Wahlgewinn 1946 mit 42,4 Prozent für die SPD in Pankow. Für Erwin aber hatte das Folgen. Er gehörte zu den Verfolgten im SED-Staat. Viele Schikanen bekam er zu spüren.

Nach dem Mauerbau 1961 wurden die Ostberliner Kreisverbände aufgelöst. Trotzdem trafen sich die Genossen wieder heimlich. Sie hatten in der Nazi-Zeit gelernt. Bis Ende 1989 trafen sie sich.

Zur Großdemonstration am 04. November 1989 waren sie dabei. Und dann ging es wieder nach Erwins Wünschen richtig los. Die Ortsabteilung Blankenfelde wurde neu aufgebaut, daneben auch gleich die AWO-Abteilung. Unser Erwin war der Held in Blankenfelde. Viele neue Mitglieder konnten geworben werden.

Leider ließen die Initiativen nach der Bezirksfusion im Jahre 2000 nach. Erwin litt darunter und wurde krank. Der Motor stotterte. Wie gesagt, er war einer der Aufrechten und stritt für unsere Sache, er fetzte sich zuweilen. Auch mit uns Jüngeren war er nicht immer zufrieden.

Uns Verbleibenden wird er aber fehlen. Er war uns Vorbild.

Wir können uns nicht mehr mit Erwin über einen besseren Weg für die Sozialdemokratie streiten.

Leb wohl, Erwin!

 

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