Schutz der Natur in Arkenberge

Veröffentlicht am 18.09.2012 in Umwelt

"Rechtsfreier Raum Arkenberge" - das war eines der Themen, mit denen sich der Umweltauschuss Pankow in der letzten Woche befasst hat. Hierzu berichtete uns die Naturschutz-Expertin des NABU Landesverbands Berlin, Frau Katrin Koch, über die Situation an den Arkenberger Kiesseen, von denen der kleinere der beiden unter Naturschutz steht.

Wir geben mit Zustimmung der Autorin den folgenden Beitrag wieder.


Kleiner Kiessee Arkenberge - Landschaftsschutzgebiet, geschütztes Biotop (nach NatSchG Bln) und rechtsfreier Raum (?)

VON KATRIN KOCH, NABU LV BERLIN


Seit Jahrzehnten existieren am nordwestlichen Stadtrand von Berlin die beiden Kiesseen: der Große Arkenberger Kiessee sowie der Kleine Arkenberger Kiessee, der so genannte „Biotop-See“.

Schon diese Bezeichnung macht deutlich, dass der kleinere der Seen als wertvoller Naturraum mit schützenswerten Biotopen angesehen wird. Doch einige Besucher scheint das nicht anzufechten - der See wird von Badenden, kommerziellen und privaten Hundeführern (in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich Pankows Hundeauslaufgebiet), Reitern, Auto- und Kradfahrern, Campern usw. als Freizeitoase benutzt und bespielt.

Neu hinzu kam in den letzten Jahren eine Gruppe von „Powerboot“-Fahrern, die verbrennungsmotorgetriebene Modellboote mit hohem Lärmpegel über den Großen See jagen. Auch Großkonzerte mussten durch Einsatz von Polizeikräften verhindert werden.

Der Biotop-Schutz spielt bei diesem Tun keine große Rolle. Die Bemühungen der Unteren Naturschutzbehörde, wiederholt Vandalismusschäden zu beseitigen, Zäune zu reparieren, Schilder zu erneuern und Müll zu beräumen, erscheinen als hilflose Versuche, Ordnung in das Gebiet zu bringen.

Der Kleine Kiessee ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets (LSG) Blankenfelder Feldflur (Rechtsverordnung des Senats von Berlin), siehe:

In der Schutzgebietsverordnung sind in § 6 Verbote aufgeführt. Diese Verbote sind nicht als Schikane für Erholung Suchende gedacht, sondern dienen dem Erhalt dessen, was ein Erholungsgebiet eben ausmacht: der ganz bestimmte Charakter der Landschaft, die darin lebenden diversen Tier- und Pflanzenarten sowie die Ruhe und die entspannenden Spaziermöglichkeiten für Großstädter und Naturfreunde. Darüber hinaus gelten natürlich die Bestimmungen des Naturschutzgesetzes Berlin (NatSchG Bln) sowie des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG).

Wir als NABU Landesverband Berlin möchten (wiederholt) auf die täglichen (teilweise bereits zur Gewohnheit gewordenen) Verstöße gegen die Schutzgebietsverordnung hinweisen.

Dringend erforderlich ist ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) für den Kleinen Kiessee Arkenberge, welcher auch ein Wegenetz ausweist sowie ungestörte (nicht zugängliche) sensible Bereiche auszäunt (vgl. Bereiche an den Karower Teichen) - siehe: § 4 Abs. 2 der Schutzgebietsverordnung.

Der NABU bietet im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Unterstützung bei der Sicherung des schutzwürdigen Bereichs Kleiner Kiessee Arkenberge an.


Weitere Infos:

 

Homepage SPD-Abteilung 01 Niederschönhausen-Blankenfelde

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