Schulen stärken, Bildung fördern

Veröffentlicht am 28.11.2011 in Schule
Rainer Unglehrt

VON RAINER UNGLEHRT

Als Sozialdemokrat mit einiger Erfahrung begrüße ich den erfolgreichen Abschluss der Koalitionsverhandlungen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin.

Angesichts des inneren Zustands der Berliner (!) Grünen – und zwar sowohl der Partei als auch der Fraktion – gibt es für uns angesichts des Wahlergebnisses vom 18. September 2011 kaum mehr vernünftige Gründe, am eingeschlagenen Weg zu einer Großen Koalition zu zweifeln.

Wir nehmen die für eine Koalition erforderlichen Kompromisse zur Kenntnis.

Allerdings ist zu wünschen und zu fordern, dass der Themenkomplex „Schule und Bildung“ (von der Kita bis zur Universität) in der künftigen Arbeit des Senats und der Regierungsfraktionen einen deutlich höheren Stellenwert erhält, als er aktuell im rot-schwarzen Koalitionsvertrag, aber auch in der öffentlichen Diskussion im Augenblick zu erkennen ist.

Der von Klaus Wowereit (SPD) und Frank Henkel (CDU) vereinbarte Schulfriede ist zu begrüßen, was die Festigung der strukturellen Grundsatz-Entscheidungen aus der letzten Legislaturperiode betrifft. Dazu gehören u.a. das neue zweigliedrige Schulsystem (= nur noch zwei Schularten: Integrierte Sekundarschule und Gymnasium; Abschaffung der Hauptschule), die eigenverantwortliche Entscheidung der Schulen für oder gegen JüL (= Jahrgangsübergreifendes Lernen), Inklusion (= gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung) usw.

„Schulfriede“ darf aber nicht „Stagnation“ bedeuten, wo es um eine bessere personelle und materielle Infrastruktur der Bildungseinrichtungen geht!

Der 13. Platz, den das Land Berlin in der Bildungsrangliste aller 16 Bundesländer einnimmt, ist auch deswegen so bedrückend, weil die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Zukunft einer Region ganz wesentlich von der Qualität der Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt bestimmt wird.

Mit anderen Worten: Die nachwachsenden Generationen brauchen nicht nur leistungsfähige Autobahnen, einen Großflughafen, ein Stadtschloss und dergleichen mehr. – Sie brauchen zuallererst Bildungseinrichtungen und Schulen – hier ganz besonders im dualen System –, die in der Lage sind, qualitativ auf bestem Niveau zu arbeiten. Es gilt, die Schulen zu stärken und die Bildung zu fördern. Das wird aber nur dann möglich sein, wenn die Bildungseinrichtungen – besonders im früheren Osten Berlins – nicht länger „auf Verschleiß gefahren“ werden (so wird das von erfahrenen Bezirkspolitikern inzwischen ohne Umschweife eingeräumt).

Der Senat von Berlin sowie das Abgeordnetenhaus sind daher aufgefordert, in ihrer Zuständigkeit die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen zu ermöglichen. Die Bezirke müssen dort, wo sie Verantwortung tragen, so mit Haushaltsmitteln ausgestattet werden, dass Schule und Bildung tatsächlich (und nicht nur rhetorisch) zu einem bedeutenden Schwerpunkt der Daseinsvorsorge in Berlin werden.


Über den Verfasser:

*) Rainer Unglehrt, von Beruf Lehrer, wurde 1942 in München geboren. Seit 1965 engagiert er sich in der und für die Sozialdemokratie.

In den 1970er Jahren arbeitete Rainer Unglehrt für den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bayerischen Landtag, Volkmar Gabert, sowie für den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Hans-Jochen Vogel. Er war viele Jahre lang Stellvertreter von Hans-Jochen Vogel in dessen Eigenschaft als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks München.

Nach dem Zweiten Staatsexamen 1974 war Rainer Unglehrt im Schuldienst tätig; zuletzt war er Leiter der Rainer-Werner-Fassbinder-Fachoberschule für Sozialwesen und Gestaltung in München.

Seit 2007 wohnt Rainer Unglehrt in Berlin. Hier engagiert er sich in vielfacher Hinsicht ehrenamtlich für unsere Gesellschaft, u.a. als Schulmediator (seit 2008), als Schiedsmann in Weißensee (seit 2009) sowie seit 2010 als Stv. Bürgerdeputierter im Schulausschuss des Bezirksparlaments Pankow.

 

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