Gelungene Fahrt nach Kolberg

Veröffentlicht am 27.06.2012 in Europa

Gelebte Städtepartnerschaft und Bürgerbegegnung - auf vielen Ebenen

VON ALEX LUBAWINSKI

Die Städtepartnerschaft zwischen Pankow und Kolberg in Polen ist mir ein besonderes Anliegen. In den letzten 18 Jahren habe ich viele Aktivitäten zur Förderung und Erhaltung der Begegnung zwischen Bürgern Pankows und Kolbergs gestartet und weiterentwickelt. Der dazu einige Jahre nach dem Entstehen der Städtepartnerschaft entstandene Verein "Freunde Kolbergs" wird am 21. Juni 2012 zehn Jahre jung. Und dieser hat aus meiner Sicht sehr viel zu einem lebendigen Miteinander beigetragen.

120 Menschen fuhren mit diesem Verein über Pfingsten 2012 nach Kolberg. Auf den ersten Blick eine eher touristisch wirkende Maßnahme. Immerhin ging es an die Ostsee, und das auch noch bei gutem Wetter. Zwar konnte man das mit dem Wetter nicht planen, doch auch das Programm mit einer Stadtführung, zwei Konzerten der mitreisenden Pankower Big-Band und sogar Freizeit spricht nicht unbedingt für eine hochintensive Begegnungsmaßnahme; im Gegensatz zum Beispiel zu minutengenau geplanten Austauschprogrammen für Schüler oder Sportler. Und dennoch bin ich überzeugt davon, dass gerade auch diese lockere Form der Begegnung Grundlagen für die Verständigung der Menschen aus beiden Ländern setzt.

Denn die Maßnahme fügt sich ein in die Begegnungsarbeit, die auf vielen Ebenen stattfindet. Und sie stellt die vielleicht niederschwelligste Variante dar, die aber – so denke ich – unbedingt erforderlich ist, um die höheren Schwellen zu nehmen. Partnerschaft kann leben, wenn Menschen dafür einstehen. Dafür müssen sich die Menschen kennen lernen können. Und genau dies passierte für die über 100 Teilnehmer zu Pfingsten. Bei solchen Gelegenheiten lassen sich Menschen für regelmäßige Begegnung begeistern.

Es gab drei Teilnehmergruppen bei der Fahrt. Zum einen die Big-Band aus Pankow, die den Namen "Volles Rohr" trägt: Eine bunte Mischung von Menschen zwischen 14 und 40 Jahren. Außerdem eine Reihe von Teilnehmenden, die – meist schon im Seniorenalter – schon öfter mit nach Kolberg gefahren sind. Und die dritte Gruppe: Familien und Neugierige, die erstmals Kolberg oder sogar erstmals Polen mit uns besuchten. Für alle drei Gruppen entstanden vielfältige Begegnungsanlässe.
 

Begegnung vor Ort in unterschiedlichen Rahmen

Am Freitagabend erreichten unsere drei Reisebusse die Unterkünfte vor Ort. Der Abend stand den Teilnehmern zur freien Verfügung. Freizeit, an der Ostsee. Bei frühsommerlichen Temperaturen – eine gute Einstimmung.

Der Samstag begann mit einer Veranstaltung im Kolberger Kulturzentrum, bei der die Aktivitäten der „Neuen Hanse“ vorgestellt wurden. Kolberg als Mitglied der Vereinigung bot den Rahmen, die gemeinsamen Ziele, Marketing-Maßnahmen und Chancen zu besprechen. Einige Teilnehmer unserer Fahrt, besonders solche mit Erfahrungen in deutsch-polnischen Begegnungen, nahmen teil. Die Veranstaltung ging in die Feier der Partnerschaft zwischen Pankow und Kolberg über, bei der fast alle Teilnehmer der Fahrt dabei waren. Auch, um das anschließende Konzert der Big Band zu hören. Die bis dahin eher als Vortragstermin konzipierte Veranstaltung auf einer großen Bühne verwandelte sich danach in ein Begegnungsereignis. Spätestens an der Café- und Piroggen-Theke in der Cafeteria des Kulturzentrums kamen polnische und deutsche Bürger ins Gespräch. Zuerst oft nur über das Thema Essen, dann zunehmend auch auf persönlicher Ebene.
 


Manche, die schon öfter vor Ort waren, hatten für den Nachmittag ihre eigenen Termine gemacht. Zum Beispiel die Feuerwehr aus Pankow mit der Feuerwehr aus Kolberg. Schützen aus dem Schießsportverein nahmen an einem Wettbewerb der Schützen aus Kolberg teil. Die Seniorenvertreter trafen sich – sogar mit einer auf Polnisch vorbereiteten kurzen Begrüßung der deutschen Senioren – zu Café und Kuchen.

Parallel fand eine weitere „offizielle Veranstaltung“ statt. Die Eröffnung des neuen Kolberger Jachthafens zog beinahe alle Kolberger Erstbesucher an. Feierlich, mit vielen Zeremonien, machte der Termin Eindruck. Locker wurde es anschließend, als sich bei der Begegnung im neuen Klubhaus am Jachthafen auch Pankower Besucher und Kolberger über dies und jenes unterhielten. Und so manche Begegnung sorgte gleich für Folgetermine, zum Beispiel in der Freizeit bei der Reise. Am Sonntagmorgen fanden sich, obwohl ein geringer Anteil katholischer Mitreisender aus Pankow festzustellen war, sehr viele Teilnehmer zur Seemannsmesse im Dom ein. Die Kirche war bin in die letzte Ecke gefüllt, was manchem Besucher die Verwunderung ins Gesicht schrieb. So etwas kennt man aus Pankow weniger. Das brachte später viel Austausch zur Rolle der Religion im Alltag der Menschen aus Polen und Deutschland in Bewegung.

Eine Stadtführung zu den wichtigsten Plätzen vor Ort war ein weiterer gemeinsamer Programmpunkt. Die Informationen versuchte ich, ausgewogen auf das beladene deutsch-polnische Verhältnis besonders in Kolberg und auf die bewegte Nachkriegsgeschichte der Stadt zu verteilen. Naturgemäß sorgt das Wissen über die deutsche Verantwortung für die Zerstörungen in Kolberg bei vielen Teilnehmern für zwiegespaltene Gefühle. In Verbindung mit der herzlichen Aufnahme der Gäste in der Stadt hingegen entstand ein angemessener Umgang mit dem Thema. Vorbei ist jedenfalls die Zeit des arroganten Auftretens deutscher Gäste vor Ort, da die Augenhöhe der Begegnung – das wurde vielfach deutlich – genau richtig ist: Sie ist gleich. Respekt, Freundschaft und der gemeinsame Blick in die Zukunft prägten die deutschpolnischen Gespräche bis zum Ende der Begegnung. Sowieso bei denen, die schon öfter da waren, als auch bei denen, die das erste Mal teilnahmen.

Die weiteren Projekte, zum Beispiel auf Fachebenen oder zum Bürgeraustausch, die für 2012 und 2013 vorgesehen sind, haben mit Sicherheit eine gute Grundlage bei den als Multiplikatoren wirkenden Teilnehmenden dieser Fahrt gefunden.
 

Weitere Infos:

 

 

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