Freunde, ihr müsst lauter werden!

Veröffentlicht am 08.03.2009 in Kultur

Helmut Hampel

EIN PLÄDOYER FÜR DIE MUSIKSCHULEN
VON HELMUT HAMPEL

Es war am letzten Mittwochabend ein wenig wie Nachhilfe-Unterricht. Eigentlich hätten alle alles wissen müssen. Dennoch: Das Kulturforum Berlin und das Kulturforum Nord-Ost hatten zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

Der Saal im Eliashof war überfüllt. Es ging wie so oft um den Erhalt der Berliner Musikschulen und deren Existenzängste. Zu Recht. Fazit: Für die deutsche Musikkultur sind die Bundesländer eigenverantwortlich, für die Berliner Musikschulen die Bezirke. Oder wird eine landeseigene Musikschule präferiert? Nein, alles soll so bleiben.

Aber so geht es nicht weiter. Also was tun?

Das Thema kennen wir bald 20 Jahre.

Nun kommt aber ein Median hinzu. Was ist das?, fragt der Bürger. In der Verwaltungssprache kennt er sich nicht so gut aus.

Kurzum, ein Median ist ein Begriff, der für Vieles in Berlin eine „Wellenlinie“ zwischen den 12 Bezirken ermitteln soll. Und darunter leidet ausgerechnet Pankow. Denn von dem wenigen übrigen Geld für die Musikschulen soll noch gestrichen werden. Und das ausgerechnet zu Gunsten des Bezirks Steglitz-Zehlendorf, kein unbedingt armer Bezirk.

Dazu kommt noch, dass das Geld, das Pankow weggenomen wird, nicht etwa automatisch in die Musikschule in Steglitz-Zehlendorf fließt, sondern eingeht in den allgemeinen Bezirkshaushalt des Empfängerbezirks. Die Folge: Mit dem Geld kann in Steglitz-Zehlendorf sonst was gemacht werden. Es muss dort nicht für Musik ausgegeben werden. Das ist in Berlin beschlossene Haushaltslage. Gerecht ist es nicht.

Es debattierten der Generalsekretär des deutschen Musikrates, ein Mitarbeiter der für Musik zuständigen Senatsverwaltung und zwei Leiter von Berliner Musikschulen. Einer davon war der Leiter der Pankower Musikschule, Chris Berghäuser. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse. Alles war hochkarätig besetzt. Und trotzdem, eigentlich waren alle Argumente seit Langem bekannt.

Woran liegt es also, dass es seit vielen Jahren keine Lösungen gibt und die finanzielle Situation immer schlechter wird? Man ist sich unter den Schulen auch nicht einig: Es gibt immer noch Konkurrenz untereinander, und das Ost-West-Problem besteht auch noch. So kann es also nicht weitergehen.

Thierse brachte es am Schluss auch auf den Punkt: Den Berliner Musikschulen fehlt eine Lobby. Sie sind einfach nicht laut genug. Aber schuld ist eigentlich die Politik. So wurde berichtet. Kann zum Teil auch stimmen. In der überfüllten Veranstaltung sah man nur fünf bekannte Politiker. Von den Bezirkspolitikern wurden nur zwei gesichtet. Muss man also denen auf die Füße treten.

Es ging auch anders. Ein Beispiel: Im alten Pankow gab es einen musikbegeisterten Kulturstadtrat namens Alex Lubawinski. Der sammelte Kulturmenschen zusammen, und die Musikschule mit ihrem damaligen Leiter Dieter Pohl war immer dabei. Keine Entscheidung gab es ohne die Schule. Und es gab auch harte Entscheidungen.

Heute ist Chris Berghäuser nicht zu beneiden. Er ist es auch, der die Themen immer wieder in die Öffentlichkeit bringt. Aber auch das reicht nicht. Deswegen hätte die Veranstaltung auch lauter sein müssen. Trotzdem sei dem Kulturforum mit Max E. Neumann an der Spitze dafür gedankt.

Auch der Titel der Veranstaltung “Geschätzt und vernachlässigt – Berliner Musikschulen im Umbruch” reicht nicht. Es wirkte weiter hilflos.

Lauter müsst ihr werden, Freunde!

Wie gesagt, Lobby schaffen und Politik beim Wort nehmen. Und aufpassen, sonst werden in Zukunft tatsächlich Pankower Gelder für die Beseitigung der Winterschäden in der Königsallee in Wannsee ausgegeben.

 

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